Usability Enhancing Services

Kontakt: Michael Quade, Mathias Runge, Maximilian Kern

 

Der Forschungsbereich "Usability Enhancing Services" beschäftigt sich mit Methoden und Techniken zur Steigerung der Bedienfreundlichkeit (Usability) von neuartigen, adaptiven Benutzerschnittstellen. Ein Großteil der Forschung fokussiert dabei die Formalisierung von Nutzerattributen (Eigenschaften, Vorlieben usw.) und deren Einfluss auf die Systeminteraktion. Aus diesen Formalismen werden Nutzermodelle erstellt, welche von Methoden der automatischen Usability Evaluation sowie adaptive Hilfestellungen verwendet werden.

Automatische Usability Evaluation

Am DAI-Labor werden die Benutzerschnittstellen der Zukunft erforscht. Schon jetzt geht der Trend deutlich hin zu adaptiven, multi-modalen Benutzerschnittstellen, welche sich je nach Situation des Nutzers, seinen Vorlieben und dem System anpassen. Dies führt zu völlig neuen Herausforderungen für Usability Experten. Zum einen müssen alle Varianten eines adaptiven Nutzerinterfaces evaluiert werden, zum anderen sind die zugrunde liegenden Informationen für eine Adaption zur Designzeit nicht in voller Gänze verfügbar. Eine optimale Evaluation findet daher sowohl zur Designzeit als auch zur Laufzeit eines Systems statt. 

Zur Designzeit unterstützt ein Nutzermodell den Designer, indem es automatisch mit dem zu entwickelnden System interagiert und Usability Probleme frühzeitig erkennbar macht. Darüber hinaus können auf diese Weise eine Vielzahl unterschiedlicher Varianten der adaptiven Benutzerschnittstellen untersucht werden. Zugrunde liegende Informationen werden dabei emuliert, da die tatsächlichen Daten, auf denen die Adaption beruht, erst zur Laufzeit bestimmt werden können. Das Nutzermodell dient daher auch innerhalb des entwickelten Systems zur Evaluation von Adaptionen, um die optimale Variante der Benutzerschnittstelle im Bezug zum Nutzungskontext, dem Nutzer sowie dem System zu identifizieren.

Adaptive Hilfestellung

Die Leistungsfähigkeit von Geräten nimmt stetig zu. Dies hat zur Folge, dass die Bedienung der Geräte komplexer wird. Adaptive Softwaresysteme wirken dieser Komplexität entgegen, indem sie auf den Nutzungskontext adaptieren und nur verfügbare Interaktionsressourcen in der Benutzungsschnittstelle berücksichtigen. Dabei kann die aus einer Vielzahl von Adaptionen resultierende Erscheinungsform der Nutzerschnittstelle nur schwer vorhersagbar sein, weswegen die Systeminformationen zur Laufzeit genutzt werden, um den tatsächlichen Zustand eines Systems im vollen Ausmaß nutzen zu können. Ein solch hoch-adaptives Softwaresystem benötigt eine Hilfefunktionalität, die ebenfalls adaptiv ist.

Die innerhalb der Benutzeroberfläche dargestellten Informationen spiegeln nur einen kleinen Teil des Informationsgehalts der tatsächlich verfügbaren Systeminformationen wider. Diese ausgeblendeten Informationen werden genutzt, um Hilfestellungen automatisch zur Laufzeit zu generieren. Diese Hilfestellung kann sowohl explizit vom Nutzer angefordert werden als auch durch Beobachtung des Nutzerverhaltens proaktiv durch das System angeboten werden.