ALARM

Adaptive Lösungsplattform zur Aktiven technischen Unterstützung beim Retten von Menschenleben

KompetenzzentrumNext Generation Services
KontaktProf. Dr.-Ing. Sahin Albayrak, Dipl.-Inf. Carsten Wirth
Website: www.alarm-projekt.de
Partner:  Charité - Universitätsmedizin Berlin (Telemedizincentrum der Charité, Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin), Berliner FeuerwehrCondat AGDr. med. Kurt Fontheim GmbHHiSolution AGTelematic Solutions International GmbH 

 

Motivation

Wesentliche Kennzeichen einer Versorgung von Großschadensereignissen mit einem Massenanfall von Verletzten (MANV) sind knappe Ressourcen und der Mangel an zeitgerechten und präzisen Informationen.

Die medizinischen und logistischen Prozesse bei der Bewältigung solcher Schadenslagen erfahren derzeit eine unzureichende kommunikations- und informationstechnische Unterstützung:

  • Rettungskräfte erhalten ungenügende Lageinformationen
  • Entscheidungsprozesse werden kaum dokumentiert
  • Die Qualität der medizinischen Versorgung der Verletzten ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig und derzeit nicht evaluierbar

Dieses führt nicht zuletzt zu einer späten medizinischen Individualversorgung und erhöht die Gefahr einer Panikentwicklung innerhalb solcher Schadensszenarien.

Projektbeschreibung und Ziele

Ein technisches Ziel des Projektes ist der Aufbau einer integrativen modularen ALARM-Dienstplattform, welche die Kommunikation und die Informations- und Datenflüsse der Einsatzkräfte bei einer Großschadenslage sichert und beschleunigt. Das System soll eine gute Zuverlässigkeit und Performanz auch nach kritischen Infrastrukturschäden garantieren, welches durch eine redundante Verteilung der Plattformkomponenten auf ein lokales und strategisches Management und die Nutzung intelligenter Netzwerktechnologien realisiert werden soll. Durch die im Projekt zu entwickelnden spezifischen notfallmedizinischen Qualitätsindikatoren können die Effekte der IT-gestützten Triage, des Telemedizineinsatzes und der modifizierten Abläufe und Prozesse mess- und vergleichbar gemacht werden und bilden so die Grundlage für eine Evaluierung der technischen und medizinischen Systeme. Weiterhin wird bei der Evaluierung ein Fokus auf die Nutzbarkeit in Stress- und Paniksituationen gelegt sowie projektbegleitend durchgängige Tests der technischen Komponenten des neuen Systems und der entwickelten Konzepte in Simulationen und Übungen durchgeführt. Den Abschluss des Projekts bildet eine Großübung, in der anhand eines MANV-Szenarios das IT-System unter realen Bedingungen die erforschten Verbesserungspotenziale aufzeigen kann.

Forschungsschwerpunkte und -inhalte im Projekt

Das DAI-Labor arbeitet in dem Projekt zusammen mit den Partnern am Aufbau einer integrativen, modularen Dienstplattform, welche die Kommunikation und die Informations- und Datenflüsse zwischen den Einsatzkräften vor Ort, den Stabs-, Leitstellen und Kliniken sowie assoziierten Hilfs- und Rettungsdiensten sichert und beschleunigt. Diese modular aufgebaute Plattform stellt neuartige Dienste für die Unterstützung der Triage, eine lückenlose elektronische Dokumentation und Kennzeichnung, die dynamische Ressourcenverwaltung der Rettungsmittel, Lageinformation- und Beurteilung und die telemedizinischen Betreuung von Patienten bereit.

Intelligente Netzwerktechnologien, wie selbstorganisierende Ad-hoc-Netzwerke im Bereich der Triageunterstützung mit mobilen Triagemodulen und selbstorganisierenden Übertragungsnetzwerken zur Gewährleistung des Informations- und Datenflusses in der redundant auf das strategische und lokale Management verteilten Dienstplattform, stellen einen wichtigen Teil der Projektarbeit dar.

Im Bereich der Mensch-Maschine Interaktion forscht das DAI-Labor am Einsatz neuartiger, multimodaler Bedienkonzepte für die bestmögliche Benutzbarkeit unter den gegebenen zeitkritischen und stressintensiven Umständen. Dafür werden verschiedenste Bedienkonzepte hinsichtlich Ihrer Tauglichkeit überprüft, die anschließend in die Konzeption der Benutzerschnittstellen für die verschiedenen Dienste einfließen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Adaption der Oberflächen an die unterschiedlichen sich schnell ändernden Gegebenheiten während eines Großschadensereignisses und an die verschiedenen Rollen der Einsatzkräfte (Einsatzleiter, Stabsleiter, Leitstellenmitarbeiter, Notärzte). Die Benutzerschnittstellen werden innerhalb des Projektes prototypisch umgesetzt und durch die enge Kooperation mit den realen Einsatzkräften evaluiert sowie im Rahmen einer Großübung getestet.