StrokeNet

Networked Intelligence for Holistic Stroke Treatment

Kompetenzzentrum: Network & Mobility
Kontakt: Prof. Dr. Sahin Albayrak, Dr. Fikret Sivrikaya, Dipl-Inform. Thomas Geithner
Website: www.strokenet.de
Gefördert von: Zukunftsfonds Berlin, Investitionsbank Berlin
Partner: Charité - Universitätsmedizin Berlin, MEYTEC GmbH, SMH 19221 Krankentransport GmbH

 

In Deutschland erleiden jedes Jahr ca. 300.000 Personen einen Schlaganfall (Quelle Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft). Damit belegt der Schlaganfall Platz 3 in der Todesursachenstatistik und ist die häufigste Ursache für vorzeitige Invalidität. Die Kosten für die Behandlung und Rehabilitation belaufen sich auf über 8 Milliarden Euro/Jahr in Deutschland. Die Zeit zwischen Akutereignis und fachgerechter Diagnostik sowie die adäquate Therapie entscheiden über den Verlust von Hirngewebe und somit über das Ausmaß der Folgeschäden.


Mit StrokeNet sollen die Grundlagen für eine qualitative Verbesserung von zeitnaher Diagnostik und Therapie bei akuten Schlaganfallpatienten gelegt und beispielhaft realisiert werden, indem neue mobile Medien eingesetzt und diese in selbstorganisierende, intelligente Übertragungsnetzwerke integriert werden. Dabei stehen der gesamte Bereich der Akutdiagnose beim Notfall, die logistische Entscheidung für die Einweisung in die adäquate Klinik sowie die Akutbehandlung in der Klinik im Mittelpunkt. Hierzu müssen alle Partner (Einsatzplanung, Notfalleinsatzkräfte, StrokeUnit, Kooperationskliniken und das Telemedizinzentrum) jederzeit miteinander kommunizieren können und Zugriff auf die relevanten Daten haben. StrokeNet legt seinen Schwerpunkt auf die mobile Kommunikation mit den Rettungswagen, die Übertragung relevanter medizinischer Daten in Echtzeit und den Aufbau der notwendigen Netzwerkdienste und Datenkommunikation zwischen den Partnern bei der Versorgung von Schlaganfällen.

Ziel

Das Ziel von StrokeNet ist die Verbesserung der Versorgung von Schlaganfall-Patienten im Notfall und die damit verbundene Reduktion von Folgeschäden. Durch die Vernetzung verschiedener Kompetenzen sowohl bei der Erstversorgung am Notfallort als auch der Akutversorgung in der Notaufnahme im Krankenhaus wird die Grundlage für eine optimale Behandlung geschaffen.

Das Gesamtziel von StrokeNet besteht in der erstmaligen Errichtung eines Schlaganfallnetzes mit stationären und mobilen Komponenten. Mit der Entwicklung des Schlaganfallnetzes soll ein System entwickelt werden, das die Versorgung von Schlaganfallpatienten im Notfall bereits vor Ort und im Rettungswagen durch den Einsatz von IuK optimiert und damit dazu beiträgt, mögliche Folgeschäden zu reduzieren. Die im Rahmen des Projektes neu zu entwickelnden Systeme sind mobil einsetzbar (Rettungswagen) und stationär nutzbar (Rettungsleitstelle, StrokeUnit). Dabei werden vorhandene Infrastrukturen und bereits etablierte Organisationsstrukturen in Berlin genutzt.

Realisierung

In StrokeNet werden innovative Lösungen realisiert, um die neuen mobilen Netztechnologien wie GPRS, UMTS, WiMax oder WLAN, in selbstorganisierende, intelligente Übertragungsnetzwerke zu integrieren. Zudem werden verschiedene Verfahren für Echtzeit- und verlässliche Übertragung der Audio-, Video- und Vitaldaten entwickelt, um die Anforderungen der medizinischen Anwendungen zu erfüllen.

Als Grundlage für die gesamte Kommunikation werden im Projekt StrokeNet Internet-Protokolle eingesetzt. Für alle verwendeten physikalischen Übertragungsverfahren ist IP-Datenübertragung verfügbar, auch alle benötigten Anwendungen können über IP kommunizieren. Hier ist vor allem auf Aspekte von Verfügbarkeit und Sicherheit bei der Datenübertragung zu achten. Dabei liegen die besonderen Aufgaben in der mobilen IP-Übertragung, die auf verschiedene Übertragungsverfahren/-dienste aufsetzt und dabei die Besonderheiten dieser Übertragungsdienste berücksichtigen muss.

Im Projekt StrokeNet werden mit einer wirklich mobilen Internetübertragung von sensiblen Medizindaten neue Wege beschritten. Dabei werden die bekannten und verfügbaren mobilen Datenübertragungsverfahren sowohl parallel und als auch alternativ genutzt werden. Aufgrund der prinzipiellen Störungsanfälligkeit der drahtlosen Netze können für kritische Daten zwei alternative Übertragungsverfahren parallel genutzt werden, sodass die einfache Nichtverfügbarkeit nicht zu einem Abbruch der Kommunikation führt. Gegen die geringere Bandbreite muss die Transportplattform eine Priorisierung und Traffic Shaping vornehmen können.

Ein wichtiger Aspekt ist der schnelle und selbstständige Aufbau von Verbindungen über mobile Internet-Zugänge. Hierbei werden verschiedene Informationen über das Umfeld des mobilen Kommunikationsknotens verarbeitet, um die Auswahl der Kommunikationswege festzulegen (self-awareness, policy based access). Hierzu gehören auch eine kontinuierliche QoS-Messung der mobilen Übertragungsstrecke sowie ein schnelles Erkennen von Übertragungsproblemen mit dem Abbau einer schlechten Verbindung, um die Kommunikationssituation insgesamt zu verbessern.