Forschungscampus EUREF „Mobility2Grid“ – Verkehrstechnische Voraussetzungen: E-Flottenbetrieb, Ladeinfrastruktur, Mobilitätskonzept, Akzeptanzforschung

KompetenzzentrumAgent Core Technologies 
KontaktProf. Dr. Sahin AlbayrakDr.-Ing. Jan Keiser 

Fördermittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung

PartnerInnoZ GmbHDB Fuhrpark GmbHIBBA (TU Berlin)SPB (TU Berlin)

Zielsetzung

Um die Energiewende mit der Verkehrswende zu verbinden, sind neben den energietechnischen Voraussetzungen auch neue Mobilitätslösungen erforderlich. Auf dem EUREF-Forschungscampus sollen diese konzeptionell entwickelt und experimentell erprobt werden. Dabei ist folgende Frage zentral: Wie kann es gelingen, einem Verteilnetzbetreiber eine relevante Größe an Speichervolumen mit elektrischen Fahrzeugen zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig gewerblichen und privaten Nutzern eines Campus-Geländes ein uneingeschränktes Fahrzeugangebot zu ermöglichen? Mit einer noch zu definierenden Menge von E-Fahrzeugen, die komplett in das Lastmanagement zu integrieren sind, sollen auf dem Campus daher neue Mobilitätslösungen erprobt werden. Kern eines zu entwickelnden integrierten und nachhaltigen Mobilitäts- und Verkehrskonzeptes für den EUREF-Campus ist dabei ein Fahrzeugpool mit batterieelektrischen Fahrzeugen, die im „Sharing-Modus“ verfügbar sein werden. Während der Vorphase soll in erster Linie eine systematische Analyse der Potenziale des „Mobility2Grid“-Konzeptes mittels Simulation erfolgen. Grundlage für die Gesamtsimulation der Integration von Energieinfrastruktur und Mobilitätsangebot sind einerseits die technischen Erhebungen im Rahmen des Probebetriebes der eCarsharing-Flotte und andererseits die sozialwissenschaftliche und planerische Bestandsaufnahme zum aktuellen Verkehrsbedarf und Mobilitätsverhalten auf dem EUREF-Campus.

Mobility2Grid

Eine der Kernaufgaben des AP 3 ist die Entwicklung eines für den Campus optimierten und angepassten Mobilitätsangebotes in dessen Mittelpunkt ein Mobility2Grid-affines eCarsharing-Modell steht. Wenn eine Flotte von E-Fahrzeugen als zentrales Speichermedium für volatile erneuerbare Energien dienen soll, muss ein Grundkonflikt zwischen Energie- und Mobilitätsseite gelöst werden. Auf dem EUREF-Campus heißt dies, dass die Anforderungen des Lastmanagements des lokalen Micro Smart Grids (Verfügbarkeit der Speicher) in Einklang mit dem Mobilitätsbedarf der eCarsharing-Nutzer auf dem Campus gebracht werden muss (Verfügbarkeit von Fahrzeugen). Während der Vorphase soll in erster Linie eine systematische Analyse der Potenziale des „Mobility2Grid“-Konzeptes erfolgen. Im Rahmen des Probebetriebes werden Tages- und Nachtganglinie der eCarsharing-Flotte erhoben, mit den Berechnungen für das Lastmanagement abgeglichen und mittels Simulation Erkenntnisse für den Ausbau von Micro Smart Grid und Carsharing-Angeboten und dem Zusammenspiel von Energie- und Mobilitätsseite gewonnen. Ziel ist es, Schlüsse über eine Machbarkeit des Mobility2Grid-Ansatzes zu ziehen.

Akzeptanz und Beteiligung

Neben technischen, logistischen und ökonomischen Aspekten stellt sich auch die Frage nach der sozialen Akzeptanz der neuen Mobilitätslösungen. Zwei zentrale Fragen sind hier: Wer hat auf dem EUREF-Gelände welchen Bedarf? Wie kann dieser Bedarf im Rahmen eines integrierten Verkehrskonzeptes gedeckt und mit Anforderungen an ein „Mobility2Grid“ verbunden werden? Hierzu wird der vorhandene Verkehrs- und Mobilitätsbedarf auf dem EUREF-Gelände erhoben. Eine quantitative Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller auf dem Campus ansässigen Unternehmen dient dazu, das derzeitige Mobilitätsverhalten auf dem Gelände sowie Anforderungen und Wünsche an ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept, insbesondere in Bezug auf die Themenfelder Elektromobilität und CarSharing, zu ermitteln. Ergänzend werden Fokusgruppen und Einzelinterviews zu den Themen Flottenmanagement und Elektromobilität mit Verantwortlichen aus Unternehmen durchgeführt. Die sozialwissenschaftlichen Untersuchungen werden durch eine verkehrsplanerische Bestandsaufnahme ergänzt. Systematisch wird der nach Verkehrsmitteln differenzierte Status quo des Verkehrsaufwandes erhoben (u.a. Verkehrszählung, Parkraumanalyse) und das Bestandsnetz der Verkehrsinfrastruktur zur Anbindung und Erschließung des EUREF-Forschungscampus sowie die innere Erschließung des EUREF-Geländes erfasst. Ziel der sozialwissenschaftlichen und planerischen Erhebungen ist es, ein nachhaltiges und energieeffizientes Verkehrskonzept für den EUREF-Forschungscampus zu erarbeiten. Ergänzt wird dieses AP durch ein deliberatives Bürgerbeteiligungsverfahren („Planungszelle“), um bürgerschaftliche Empfehlungen für den Aufbau von integrierten, dezentralen Mobilitäts- und Energielösungen zu gewinnen und die generelle Akzeptanz solcher Lösungen in der Öffentlichkeit zu ermitteln.