Erweiterbare Architektur und Service Infrastruktur für Cloud-Computing Software

Kompetenzzentrum: Agent Core Technologies
Kontakt
Prof. Dr.-Ing. Sahin Albayrak, Jakob Tonn
Partner: Atos It Solutions and Services GmbHCharité - Universitätsmedizin BerlinFraunhofer FOKUSOrga Systems GmbHUniversität MainzProSyst Software GmbHMATERNA GmbH
Websitehttp://www.easi-clouds.eu

 

Bislang ist die Entwicklung von Cloud Computing Anwendungen dadurch geprägt, entweder auf API Ebene die Vorteile von spezialisierten Cloud Diensten wie Datenspeicherung (Storage) oder verteilte Bearbeitung zu nutzen (PaaS), oder hoch skalierende, vorinstallierte Webdienste zu nutzen (SaaS). Bei dieser Spezialisierung ist eine Interoperabilität schwer erreichbar. Im Falle von isolierten, privaten Clouds, die die traditionellen internen Rechenzentren ablösen, bestehen ebenfalls Einschränkungen im Hinblick auf Skalierbarkeit und Hochverfügbarkeit. Ein Hauptziel des EASI-CLOUDS Projektes ist es daher, durch die Entwicklung offener Standards die Interoperabilität auf allen Ebenen des Cloud Computing Stacks (IaaS, PaaS, SaaS) zu stärken, so dass die Föderierung von Cloud Diensten unterstützt wird.

Ein zweites Ziel ist die Schaffung eines Dienstbaukastens, der aus cloud-optimierten Diensten besteht und so eine modulare, dynamisch skalierende Plattform bildet. Damit wird die bereits durch service-orientierte Architekturen (SOA) propagierte Konzept, Software aus einzelnen Diensten modular zu entwerfen, auf Cloud Computing erweitert. Die neuen Eigenschaften implizieren aber auch neue Dienste, um neben den technischen Erweiterungen die geänderten Geschäftsmodelle und zusätzlichen Anforderungen abzubilden. Das deutsche Konsortium fokussiert sich dabei auf die Konzeption und Entwicklung von Diensten in den Bereichen SLA-Management, Abrechnung und Bezahlfunktionalität und Workflowtechnologien.

Des Weiteren ist die Evolution der OSGi Plattform zur cloud-kompatiblen Service Plattform für Applikationen ebenfalls ein wichtiger Arbeitspunkt im Projekt. OSGi ist als standardisierte Service­plattform im J2EE Bereich optimal geeignet, durch neue Dienste erweitert zu werden, die auf die Cloud abgestimmt sind (cloud-sensitive Dienste) und auf Dienstebene bereits den Zugriff auf Skalierbarkeit und eine adaptives Verhalten (Elastizität) ermöglichen. Dieses Ziel ist in intensiver europäischen Zusammenarbeit zu erreichen.

Im deutschen Verbundprojekt werden diese technischen und konzeptionellen Arbeiten in einem konkreten medizinischen Anwendungsszenario validiert. Diese Anwendung wird ein anspruchs­volles verteiltes Diagnoseszenario realisieren, bei dem Untersuchungsdaten aufbereitet und nach den Anforderungen der Diag­no­se­schritte visualisiert werden. Mit diesen aufbereiteten Daten erstellen medizinische Fachleute dann die Diagnose des untersuchten Pa­tien­ten. Die Datenmenge und die aufwändigen Berechnungen in diesem Beispiel stellen typische Anforderungen dar, die nur von einer Cloudlösung effizient erfüllt werden können.

Die Relevanz der EASI-CLOUDS Ergebnisse wird zusätzlich zur technischen Realisierung ebenfalls aus wirtschaftlicher Sicht durch Geschäftsmodelle, Stake­holder­- und Marktanalysen validiert, die auch den wirtschaftlichen Nutzen der Cloud-Lösung als solche deutlich herausstellen und eine Basis der Verwertungsaktivitäten bilden.